Mittwoch, 5. September 2007

al-update no 28.

Es war am Samstag 25. August. Wir machten einen Ausflug nach Hermanus, dem Wal-Mekka rund 3 Stunden von Cape Town entfernt. Das Fischerstädtchen gilt als bester Ort auf der Welt, um Wale von Land aus zu beobachten. Von August bis November kommen die Wale hierher, um ihre Jungen auf die Welt zu bringen und um sich zu paaren. Schon die Fahrt ist ein Erlebnis. Von der kurvigen Küstenstrasse sieht man immer wieder Wale in Landesnähe auftauchen. Manchmal sieht man diese sanften Riesen auch keine 20 Meter von Surfern weg durch das Meer pflügen..! In Hermanus machten wir eine Bootstour (stolze 400 Rand pro Person) und sahen wie versprochen (und nicht anders zu erwarten) Southern Right Wales (glaub Grauwale auf Deutsch) aus weniger als 10 Metern....was für ein Wahnsinn!

Für den Abend hatten wir mit 10 anderen Leuten auf dem Weingut Spiers bei Stellenbosch abgemacht. Dort assen wir im äusserst beliebten Mojo, wo man sich selbst bedient an einem riesigen Buffet mit alle südafrikanischen Spezialitäten, die man sich vorstellen kann. Eine andere südafrikanische Spezialität lernten wir dann auf dem Heimweg kennen..... allerdings ziemlich unfreiwillig. Wir hatten das Weingut nach Mitternacht verlassen. Auf dem Weg zurück auf den Highway musste ich auf einer Brücke anhalten, um rechts auf die Rampe abzubiegen. Es herrscht absolute Dunkelheit. Plötzlich rennt jemand (ich sehe aus dem Augenwinkel nur einen schwarzen Schatten) von der Seite auf unser Auto zu. Ich kann gerade noch die Türen verriegeln, da hat der Angreifer auch schon die Scheibe eingeschlagen. Mit seinem ganzen Oberkörper taucht er durchs Fenster und beginnt an Carola zu rütteln und zu zerren. Carola kreischt. Ich kann an nichts anderes denken als ‚weg hier’ und drücke den Gaspedal durch. Beinahe ramme ich die Leitplanke, weil der Angreifer wild um sich schlägt. Er hat die kleine, schwarze Handtasche zwischen Carola’s Füssen gefunden. Nun zerrt er an einem Ende der Tasche und Carola am anderen. Ich gebe Gas. Gleichzeitig versuche ich den Kopf des Angreifers aus dem Auto zu stossen. Fuck off! Fuck off! Fuck off! 70km/Stunde und er lässt endlich los........ Es dauert einige Zeit bis wir wieder reden. Die Tasche ist noch da und wir sind bis auf ein paar Kratzer unversehrt. Aber durchs kaputte Fenster kommt ein eisiger Wind. Ich überhole ein anderes Fahrzeug und schwenke zurück auf die linke Spur (Linksverkehr!). Keine 2 Sekunden später kommt uns auf der Überholspur (2-spurige Autobahn) ein Geisterfahrer mit einer Mordsgeschwindigkeit entgegen! .... Was für eine Horrornacht!!!!!!

Am Mittwoch habe ich in einer Bar bei mir in der Nähe Geburtstag gefeiert (Flyer für Einladung siehe oben). Ich konnte einen Teil der Bar ganz für meine Party reservieren und ca. 25 Leute kamen. Es war ein super Abend, an dem ganz sicher niemand nüchtern nach Haus ging! Am Donnerstagabend gingen wir dann noch mit drei anderen Schweizer Pärchen in ein feines Restaurant essen. Das Witzige daran... zwei Girls in dieser Runde hatten auch am 30. August Geburtstag und die eine sogar auch 1975!!!! Wann gibts das schon, dass man an seinem Geburtstag noch zwei anderen gratulieren kann?!

Letzten Freitag fuhren wir mit 6 anderen Leuten für drei Tage in die Cederbergs. Das ist eine spitzen Wanderregion mit bizarren Felsformationen, Wasserfällen, Blumenmeer usw. Die Sonne zeigte sich zwar nicht so häufig, aber wir hatten trotzdem ein cooles Wochenende. Am Sonntag wartete der Höhepunkt mit dem Wolfberg Arch (riesiger Steinbogen) noch auf uns. Die Dame an der Rezeption hatte uns erklärt, dass es nach dem 1h steilen Aufstieg zwei Cracks (Felsspalten) gibt, die auf das Hochplateau führen, von wo man nach weiteren 2h den Arch erreicht. Der eine Crack sei etwas breiter, der andere eher eng und mit Klettern verbunden. Sie sprach von Chimnies (Kamin), wo man sich mit dem ganzen Körper hochstemmen muss; von ‚Choke Stones’ (Felsbrocken, die in die Spalte gerutscht sind), unter denen man mal durchkriechen muss und ein anderes mal darüber klettern usw. Alles ganz spielerisch und gut machbar. VON WEGEN!!!!!! Die drei Girls gaben schon bald auf und kehrten wieder um. Ich und Sebastian (De) wollten uns aber nicht geschlagen geben. Über eine 7 Meter lange Steilwand schafften wir es noch knapp auf ein ca. ein Quadratmeter kleines, schräg abfallendes Podest. Von da ging Sebastian weiter durch den glatten Kamin. Er wäre fast abgerutscht, hätte ich ihm nicht noch den Fuss raufgedrückt. Als ich aufsteigen wollte, schlüpfte ich aus und landete mit Glück wieder mit den Füssen auf dem Podest. Beim zweiten Mal verlor ich etwas höher (ca. 2 Meter über dem Podest) die Kontrolle und prallte mit dem Knien auf dem Podest auf. Wie durch ein Wunder rutschte ich nicht weitere 7 Meter in die Tiefe. Ich wusste nun, hoch gehts nicht......aber runter auch nicht! Verzweifelte Minuten vergingen und ich dachte ehrlich, ich komme da nicht heil heraus. Irgendwann überwand ich aber meine Angst und versuchte den Abstieg. Mit Glück schaffte ich den Abstieg und den Weg aus dem Crack. Nun musste ich den anderen Crack hochsteigen, um den Rest der Gruppe zu treffen. Sebastian musste derweilen den Aufstieg alleine fortsetzen. Ergebnis: Sebastian schaffte es. Ich hatte – oben angekommen – höllische Schmerzen im Knie und musste gleich wieder (ohne Arch) den Abstieg antreten. Auf einem Bein hüpfend und mit Hilfe von allen Seiten schaffte ich es dann auch. Mein Knie sieht übel aus, zudem habe ich überall Schrammen, offene Stellen und Schnittchen an den Händen...... aber ich hatte eigentlich extremes Glück!


Ich hoffe, das wars nun mit der Pechsträhne und ich habe die nächsten 25 Jahre Ruhe!

Take care!

al

Ps. Neue Bilder in meinem Webalbum folgen bald.

Dienstag, 21. August 2007

al-update no 27.


Obiges Bild zeigt Justin (Trinidad), myself, Carola und Tobi (De) auf dem Lions Head. Tabel Mountain im Hintergrund.

Wochen sind vergangen und so einiges ist passiert in der Zwischenzeit. Im Studium bin in ich nach wie vor an meiner Minor Dissertation (25'000 Wörter). Was die Wörterzahl betrifft, bin ich schon bald am Ziel; inhaltlich muss ich allerdings noch sehr daran feilen. Deshalb bin ich extrem froh, dass mir mein 89-jähriger Supervisor eine Time-Extension erlaubt hat. Statt Mitte September muss ich die Arbeit nun spätestens Ende Oktober abgeben. Damit sollte es mir definitiv möglich sein, im Dezember der offiziellen Graduierung beizuwohnen... zum ersten Mal mit schwarzer Robe und lustigem Hut (wie im Film). Freue mich schon, den Hut zu werfen!!!! Ansonsten hat das Studium wieder begonnen. Ich habe mich schlussendlich für Competition Law und Electronic Transactions entschieden. Da das zweite Semester hier gerade mal drei Monate lang dauert, ist das Studium ziemlich intensiv. So bleibt mir neben dem Dissschreiben nicht viel Zeit. Trotzdem mache ich fast jedes Wochenende einen Ausflug oder irgendwas Besonderes. Letztes Samstag war ich zum ersten Mal auf Robben Island. Einfach faszinierend, wie diese Insel in verschiedenen Epochen immer wieder eine bedeutende historische Rolle gespielt hat (Leprastation, Gefängnisinsel, Militärbasis). Unser Guide war sensationell und hat die berühmten Insassen alle persönlich gekannt.

Am Sonntag sind wir zum Cape Point gefahren. Dabei hatten wir ein echtes Afrika Experience. Als wir auf dem Weg dahin, Baboons (Paviane) auf der Strassen spielen sahen, hielt ich an und Carola stieg aus, um ein Foto zu machen. Die Tür liess sie offen. Zur gleichen Zeit näherte sich von vorne der Anführer der Affenbande - ein Gewaltsexemplar! Ich streckte mich so weit ich konnte, um die Beifahrertür im letzten Moment zuzuziehen. Leider hatte ich in meiner Panik vergessen, die Türe auch abzuschliessen. Denn der Affenkönig öffnete kurzerhand die Türe und schwang sich auf den Beifahrersitz. Verständlicherweise kreischte ich wie ein kleines Mädchen. King-Kong fauchte ein wenig, griff zwei Bananen und sprang aus dem Auto. Carola versuchte ihn zu verscheuch, aber musste zur Hintertür fliehen. Als sie wieder im Auto war, verriegelte ich die Türen. Nun hangelte sich die Bestie ums Auto herum und versuchte immer wieder die Fallen zu betätigen. Schlussendlich liess sich der Menschenfresser-Affe auf der Motorhaube nieder, worauf sein Stamm ebenfalls auf unserem Auto Platz nahm. Die vorbeifahrenden Touristen freuten sich und fotografierten uns eifrig. Irgendwann wollten wir auch weiterfahren und ich fuhr ganz sachte an. Die kleineren Affen sprangen sofort vom Auto. Doch das brutalste aller gemeinen Ungeheuer rührte sich nicht von der Motorhaube. Mehrmals fuhr ich kurz an und trat dann voll auf die Bremse. Doch das haarige Scheusal brachte sich gleich wieder in Position. Auch Scheibenwischer und Putzanlage irritierten den Autobesetzer nicht. Rettung kam schliesslich von ungewollter Seite. Ein paar übereifrige Touristen hatten gleich neben unserem Auto gehalten und die Mutti filmte amüsiert aus dem Fenster. Da entschloss sich Dr. Mundgeruch spontan, einen Ausflug in jenes Fahrzeug zu starten. Lässig schwang er sich durchs Fenster und landete auf dem Rücksitz mit den entsetzten Kinder der Familie. Der Affe riss dem Mädchen den Burrito aus der Hand und verliess das Auto durch die Hintertür. AAAAAAAAAAAAAaaaaaaadrenalinschuuuuuuub..! War ein Wahnsinnserlebnis, wogegen das Kap der guten Hoffnung schon fast wie ein Stummfilm vorkam.

Ich habe geschlossen.

GORILLal

Donnerstag, 2. August 2007

al-update no 26.

hallo leude

wollte mal hallo sagen und euch kurz informieren, was es hier neues gibt. letzten samstag folgte ich und drei befreundete schweizer paerchen einer einladung der swiss society, um unseren national day zu feiern. mir faellt gerade auf, dass ich klein schreibe... naja, mag jetzt nicht mehr aendern. der abend war eine klassische "hundsverlochata" mit sennenkuttali, jodelgesaengen, raclette und schweizer psalm. in der schweiz waere das wohl nicht so der brueller, aber hier hatten wir spass dabei. der hauptpreis in der tombola war, wie koennts auch anders sein, ein flug fuer zwei personen in die schweiz. gestern, am 1. august, habe ich bei mir zuhause ein fondue gemacht. man kann hier im normalen supermarkt tatsaechlich echt schweizerischen kaesefondue von emmi kaufen. der brennsprit war dann schon eher ein problem. wir haben wohl ein wenig zu aggressives zeugs verwendet, denn irgendwann stand fast der ganze tisch in flammen. aber kein grund zur sorge.. wir hatten den brand schnell unter kontrolle und das rechaud auf den balkon verfrachtet, wo wir es mit einiger muehe loeschen konnten. nun hat das studium wieder begonnen und ich tu mich etwas schwer mit der faecherwahl. morgen kommt carola und dann beginnt nochmal eine ganz andere zeit hier.

das folgende bild soll in der naehe von cape town aufgenommen worden sein:

(muss das spaeter machen, hab gleich noch ein tutorium)

so viel von mir.

cheers
al