Freitag, 14. März 2008

Tag 55

Ich schreibe Tag 55 seit meiner Abreise. Wow, noch nicht einmal zwei Monate. Mit dem Jahr in Cape Town im Nacken, fuehlt es sich aber an wie eine Ewigkeit. Und das ist nicht negativ gemeint.

Ich fasse kurz zusammen. Von Cape Town bin ich am 20. Januar auf eine organisierte Tour durch Namibia und Botswana gestartet. Mit ueber 20 anderen Leuten, vorwiegend Koreanern, verbrachte ich die naechsten 20 Tage in einem Overlandtruck. Wir schliefen die meiste Zeit in Zelten und kochten selbst. Meine Highlights auf dieser Tour waren die namibische Wueste mit Sossusvlei und das Okawango Delta in Botswana. In Vic Falls in Zimbabwe fing dann mein Egotrip an. Mit Wehmut schaue ich auf die Zeit in Zimbabwe zurueck. Millionen von Dollars in den Taschen... naja, man konnte praktisch nichts damit kaufen. Ein Bier kostete 8 Millionen und der Supermarkt war mehr oder weniger leer. In Zambia nahm ich den Tazara-Zug durch den dichten, menschenleeren Dschungel von Zambia und das huegelige Hinterland von Tanzania. Ich verbrachte die meiste Zeit in der Lounge und starrte aus dem Fenster, ein daemliches Grinsen auf den Lippen. Ich sah wohl aus, als waere ich auf Psychopilzen.... aber ich war einfach nur super entspannt und gluecklich. Die Ankunft in Dar es Salam war gepraegt vom Ueberfall der Musiker und dem ersten Anflug von Reisekoller. Die politischen Unruhen in Kenia bewogen mich dann dazu, dieses Land zu ueberfliegen. Damit konnte ich zwar meinen urspruenglichen Plan 'Cape to Cairo overland' nicht mehr verwirklichen, aber einer Menge Aerger aus dem Weg gehen. In Addis Abeba verbrachte ich mehr Zeit als mir lieb war. Die Visageschichten hielten mich fast eine Woche auf. Dann ging es endlich weiter Richtung Norden. Bahir Dar und Gondar waren die naechsten Stationen auf meinem Weg. Auf einem Abschnitt mit teilweise extrem schlechter Strasse - von Gondar an die Grenze - durfte ich den Luxus eines klimatisierten Land Rovers mit Musik (!) in Anspruch nehmen. Khartoum war gepraegt von wenig Kommunikation und dem Gefuehl, unsichtbar zu sein. Weiter ging die Reise mit dem Zug nach Wadi Halfa - die Wueste war zum Greifen nah! Dann ueberquerte ich mit der Faehre den ueber 500 km langen Lake Nasser und erreichte High Dam. Etwas spaeter war ich in Aswan und hatte alle Haende voll zu tun, mir die penetranten aegyptischen Haendler vom Leib zu halten. Entspannung fand ich auf einer Felukka bei Sonnenuntergang. Nachmittags verkroch ich mich im Nubischen Museum, wo wunderschoene Artefarkte in klimatisierten Raeumen praesentiert werden. Die Geschichte des Stausees war ebenfalls sehr anschaulich erklaert. Einige der spektakulaersten Tempel mussten damals vor der drohenden Flug gerettet werden. Der Zug nach Luxor dauerte nur gerade drei Stunden. Was ich da erlebt habe, ein ander Mal. Muss doch noch meinen letzten Tag in Kairo geniessen.

Ich werde am Samstag in aller Herrgottsfruehe, naemich um 2.15 Uhr mit Tui nach Muenchen fliegen. Das war mit Abstand der guenstigste Flug. Um 5.30 Uhr werde ich voraussichtlich in Muenchen landen und von da wahrscheinlich per Zug so schnell wie moeglich nach Bonaduz weiter reisen.

Ich hoffe, wir sehen uns bald.

Cheerio
Abu al-Hol (Father of Terror und aegyptischer Name der Sphynx)

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